Vier Regisseure, vier Filme – das Erfolgsrezept der Rostocker Schule, das noch im März den Katharinensaal der Hochschule für Musik und Theater füllte, bleibt unverändert. Am letzten Mittwoch starteten die Aufnahmen für vier neue Produktionen in einem Trakt des Universitätsklinikums in der Ernst-Heydemann-Straße. Noch bis zum 12. August dauern die Dreharbeiten an.

„Wir liegen im Plan“, resümierte Regisseur Andreas Ehrig die ersten beiden Tage. Ob er seine Szenen am Montag im Kasten haben werde, wisse er jedoch noch nicht. „Es fehlen noch Requisiten und dann hängt alles davon ab, ob ich am Ende mit den Aufnahmen zufrieden bin.“ Danach übernehmen seine Mitstreiter Holger Löwe, Mark Auerbach und Stephanie Möller, mit denen sich der 32-Jährige die zwölf Drehtage am Set teilt. Geteilt werden überdies Technik, Crew und auch Darsteller, wie die HMT-Studentin Lisan Landtien. Die 26-Jährige mimt die Hauptrolle in Ehrigs Film mit dem Arbeitstitel „Überleben“, steht aber auch für Löwe und Möller vor der Kamera. „Elisabeth, die junge Ärztin, die ich in ,Überleben‘ spiele, taucht noch in einem weiteren Film auf – zehn Jahre älter“, erklärte die gebürtige Aachnerin, die nach Rostock kam, um Schauspiel zu studieren.

Für den ausführenden Produzenten Thomas Wüstemann kein beklagenswerter Umstand, sondern Teil des Konzepts der Rostocker Schule, das darauf ausgelegt sei, Filme parallel entstehen zu lassen, sich gegenseitig zu helfen und so ein Netzwerk in Mecklenburg-Vorpommern zu etablieren. Filmemacher sei schließlich jeder, der seinen Teil zur Fertigstellung eines Films beitrage, nicht nur der Regisseur. Die Idee findet Anklang. So entschied sich in diesem Jahr die Hochschule für Musik und Theater, nicht nur ihre Schützlinge abzustellen, sondern darüber hinaus das Projekt in Form einer Theaterproduktion finanziell und mit Ausstattung zu unterstützen. Hinzu kommt ein Betrag der Brauerei Rostocker Pils und auch das Institut für neue Medien greift den jungen Filmschaffenden unter die Arme. Ein Beispiel, dem auch die Universitätsklinik Rostock folgen wollte. Sie stellt die nötigen Räumlichkeiten für die Dreharbeiten der szenisch ähnlichen Kurzfilme sowie Requisiten zur Verfügung. Wüstemann zeigt sich dankbar: „Die Verantwortlichen waren sehr interessiert an unserem Vorhaben wie an den Drehbüchern. Dazu gibt es viele Mitarbeiter der Uniklinik, die uns nach Kräften helfen und uns mit allem versorgen, was wir benötigen.“ Für Rostocker Verhältnisse stehe die Produktion damit auf stabilen Beinen.