Als kurz vor Elf Uhr am Freitagabend der letzte Stimmzettel ausgezählt war, stand fest, dass „In Nexo“ der große Gewinner des 20. Rostocker FilmFests sein würde. Drei der vier Trophäen sowie Preisgelder in Höhe von 500 Euro gingen an die Stummfilmhommage und die junge Filmcrew um Regisseur Hannes Sternkiker.
Am Ende krönten die 250 Filmbegeisterten, die das Jubiläumsevent in den M.A.U. Club gelockt hatte, ihren Favoriten „In Nexo“ mit dem „Goldenen Arthus“. Der mit 300 Euro einer Rostocker Brauerei dotierte Publikumspreis wird traditionell erst am Abend der Veranstaltung vergeben. Bereits zwei Tage zuvor hatte eine Preisjury in mehr als fünf Stunden über die übrigen drei Auszeichnungen entschieden. Zwei davon heimste ebenfalls Sternkikers tragische Liebesgeschichte ein: Die „Silberne Kopftrommel“ für die originellste Filmgestaltung im Zusammenspiel von Kamera und Montage sowie den erstmals 1993 verliehenen „Goldenen Toaster“ für die herausragendste darstellerische Leistung, den sich Schauspieler Torsten Flassig verdiente. „Wir sind unglaublich dankbar dafür, dass uns das Institut für neue Medien so viele Möglichkeiten bietet“, betonte der junge Filmemacher, der schon im Vorjahr zu den Preisträgern zählte und daraufhin zu den Weltfilmfestspielen delegiert wurde. Der Schwarzweißstreifen „In Nexo“ war im Rahmen seiner Ausbildung zum Mediengestalter für Bild und Ton am Institut entstanden.
Die vom Rostocker Offenen Kanal gestiften 200 Euro für die „Glänzenden Synapsen“, vergeben für die beste Idee, gingen indes an den Experimentalfilm „Vehikel“ der Nachwuchsgruppe New X-iT. FilmFest-Leiterin Henrike Hübner zeigte sich schließlich zufrieden, wünschte sich für das nächste Jahr nur wieder eine Dokumentation im Programm.