Gerade im Rahmen der derzeitigen und anhaltenden Debatte zum Thema Rechtsextremismus sind kreative Ideen gefragt, die zielgruppengerecht und kreativ Position gegen braunes Gedankengut beziehen. Die Band SonuVab!tch hat sich mit ihrem Titel Courage klar positioniert. Die Gewinnerband des Storchkraft Songcontest von Endstation Rechts brauchte aber noch ein Video zum Song – die passende Gelegenheit für das Insitut für neue Medien. So wurde in Zusammenarbeit mit Arbeit und Leben e.V. ein Workshop durchgeführt, in dem ein Musikvideo produziert wird.
Begonnen wurde der Wochenendworkshop mit einem Input von Torsten Sohn, dem Geschäftsführer von Bunt statt Braun e.V. In diesem berichtete er von der rechtsradikalen Szene in Mecklenburg-Vorpommern und den verschiedenen Erscheinungsformen und Ausprägungen. Wie unterscheiden sich eigentlich die Gruppierungen? Wie hat sich das Auftreten von Neonazis verändert und welche Ziele mit welchen Mitteln verfolgen sie in unserem Bundesland? Lange wurde diskutiert und nachgefragt – auch immer mit dem Vorhaben, dieses Wissen für das Musikvideo zu nutzen.
Danach ging es an die Konzeption. Dass die Teilnehmer den Song Courage dafür mindestens 30 mal gehört haben, hat dabei niemanden gestört. Geplant wurden die Bilder, Symbole und Inhalte, die dargestellt werden sollten und Rollen und Postitionen wurden verteilt: Kamera, Regie, Schauspiel und Produzent. Es wurde eine lange Nacht. Bis 23:00 Uhr feilten die Teilnehmer an ihrem Konzept. Dabei war auch die Schwierigkeit zu meistern, innerhalb von drei Tagen, den gesamten Dreh und die Postproduktion zu meistern – natürlich in bestmöglicher Qualität.
Samstag ging es an den Dreh. Drehort war der Bunker Rostock. Das hieß, dass das komplette Bandequipment, Kameratechnik und alle Akteure dort hin transportiert werden mussten – eine kleine logistische Meisterleistung. Es folgten 10 Stunden Dreh – bei Niedrigtemperaturen, ohne Sonnenlicht und Zigaretten als Hauptnahrungsmittel. Zuerst wurden die Bandaufnahmen gedreht – die Band zeigte was sie in Sachen Performance drauf hat. Danach waren die Teilnehmer selbst vor der Kamera und ergänzten die Bandaufnahmen mit Szenen rund um einen jungen Mann, der hilflos, wehrlos, aber vor allem auch rückgratlos rechter Gewalt zusieht und letztendlich selbst zum Opfer wird. So wurde das Musikvideo auch zu einem Aufruf, eben nicht wegzusehen, Hilfe zu holen und sich mit demokratischen Mitteln entgegenzustellen.
Doch bis zur endgültigen Fertigstellung war es noch ein langer Weg. Den gesamten Sonntag wurde das Material gesichtet, geschnitten, bearbeitet und zusammengefügt.Was dabei entstanden ist, kann man hier sehen:
Wir danken allen Beteiligten und Unterstützern:
Arbeit und Leben e.V.
Kulturkombinat Bunker e.V.
Bunt statt Braun
und der Band SonuVab!tch
MAKING OF Diashow:
